Ratgeber Arzthaftung
MD-Gutachten bei Verdacht auf Behandlungsfehler
Gesetzliche Krankenkassen sollen Versicherte bei der Verfolgung von Ansprüchen aus Behandlungsfehlern unterstützen. Dazu können sie eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst veranlassen.
Welche Fragen das Gutachten beantwortet
Der Medizinische Dienst prüft die Unterlagen und beantwortet die Fragen der Krankenkasse. Fehlen wichtige Behandlungsabschnitte oder Fragen zur Ursache des Schadens, kann das Gutachten am Kern des Falls vorbeigehen.
Unterlagen und Chronologie vorbereiten
Eine kurze, sachliche Zeitleiste erleichtert die Einordnung. Fehlende Aktenbestandteile sollten möglichst vor der Begutachtung ergänzt werden. Eigene Vermutungen ersetzen keine medizinische Frage, können aber auf klärungsbedürftige Punkte hinweisen.
Was das Ergebnis für den Fall bedeutet
Ein positives Gutachten kann die außergerichtliche Durchsetzung unterstützen; ein negatives beendet den Fall nicht automatisch. Entscheidend ist, ob die richtigen Fragen gestellt wurden, alle wichtigen Tatsachen berücksichtigt sind und die medizinische Begründung überzeugt.
Worauf es bei der Prüfung außerdem ankommt
Ein MD-Gutachten kann eine erste fachliche Bewertung liefern und ist für gesetzlich Versicherte regelmäßig kostenfrei. Es ersetzt nicht in jedem Fall die vollständige anwaltliche Prüfung. Vorwurf, Unterlagenbasis, Beweislast und Kausalität sollten auch bei positivem oder negativem Ergebnis kontrolliert werden.
Eine belastbare Bewertung entsteht erst aus vollständigen Unterlagen, einem nachvollziehbaren Zeitablauf und der klaren Trennung zwischen Grunderkrankung, möglichem Fehler und zusätzlicher Folge. Der Sofort-Check dient dazu, diese Prüfung gezielt vorzubereiten.
Rechtliche Grundlagen
- §§ 630a bis 630h BGB: Behandlungsvertrag, Aufklärung, Dokumentation und Beweislast
- §§ 249, 253, 280 und 823 BGB: Schadensersatz und Schmerzensgeld
- §§ 286 und 287 ZPO: gerichtliche Überzeugungsbildung und Schadensschätzung
Welche Vorschriften im Einzelfall tragen, hängt vom Behandlungsverlauf, dem nachweisbaren Fehler und seinen gesundheitlichen Folgen ab.
Wie ist Ihr Fall einzuordnen?
Schildern Sie kurz, was geschehen ist. Michael Timpf prüft Ihre Anfrage persönlich.