Ratgeber Arzthaftung
Bildgebung und Laborwerte als Beweismittel
Röntgenbilder, CT, MRT, Ultraschall und Laborwerte können zentrale Beweismittel sein. Ihre Bedeutung erschließt sich aber erst aus dem Zeitpunkt, der klinischen Situation und der Reaktion der Behandelnden.
Bilder und schriftliche Befunde getrennt sichern
Der radiologische Bericht enthält die damalige Bewertung. Die Originalaufnahmen ermöglichen eine spätere eigenständige Beurteilung. Deshalb sollten beide Bestandteile angefordert werden.
Wann der Befund vorlag und wer ihn kannte
Ein kritischer Wert hilft nur, wenn er rechtzeitig wahrgenommen und weitergegeben wird. Entscheidend ist, wann das Ergebnis vorlag, wer es erhielt und welche Handlung daraus folgte.
Verlauf statt Einzelwert
Labor- und Bildbefunde gewinnen oft erst im Vergleich Bedeutung. Serienwerte, Voraufnahmen und klinische Entwicklung können zeigen, ob eine Verschlechterung erkennbar war.
Worauf es bei der Prüfung außerdem ankommt
Originalbilder und vollständige Laborverläufe sind oft aussagekräftiger als spätere Zusammenfassungen. Wichtig sind Aufnahmezeitpunkt, Befundung, Weitergabe und Reaktion. Auffällige Werte müssen im Zusammenhang mit Beschwerden und anderen Befunden bewertet werden.
Eine belastbare Bewertung entsteht erst aus vollständigen Unterlagen, einem nachvollziehbaren Zeitablauf und der klaren Trennung zwischen Grunderkrankung, möglichem Fehler und zusätzlicher Folge. Der Sofort-Check dient dazu, diese Prüfung gezielt vorzubereiten.
Rechtliche Grundlagen
- §§ 630a bis 630h BGB: Behandlungsvertrag, Aufklärung, Dokumentation und Beweislast
- §§ 249, 253, 280 und 823 BGB: Schadensersatz und Schmerzensgeld
- §§ 286 und 287 ZPO: gerichtliche Überzeugungsbildung und Schadensschätzung
Welche Vorschriften im Einzelfall tragen, hängt vom Behandlungsverlauf, dem nachweisbaren Fehler und seinen gesundheitlichen Folgen ab.
Wie ist Ihr Fall einzuordnen?
Schildern Sie kurz, was geschehen ist. Michael Timpf prüft Ihre Anfrage persönlich.