Gesundheitliche Folgen
Art und Intensität der Schmerzen, Operationen, stationäre Aufenthalte, Dauer der Behandlung, psychische Belastungen und bleibende Einschränkungen.
Ansprüche einordnen
Eine seriöse Orientierung beginnt nicht mit einer Zahl, sondern mit der Frage, welcher zusätzliche Gesundheitsschaden auf einem haftungsbegründenden Fehler beruht.
Schmerzensgeld kommt in Betracht, wenn ein Behandlungs-, Aufklärungs- oder Organisationsfehler vorliegt und dadurch ein zusätzlicher immaterieller Schaden entstanden ist. Ein schwerer Krankheitsverlauf allein genügt nicht. Zunächst muss geklärt werden, wie sich die Gesundheit bei fachgerechter Behandlung voraussichtlich entwickelt hätte.
Diese Abgrenzung ist bei Vorerkrankungen, bekannten Komplikationen und schicksalhaften Verläufen besonders wichtig. Sie verhindert sowohl eine zu niedrige als auch eine unrealistisch hohe Bewertung.
Art und Intensität der Schmerzen, Operationen, stationäre Aufenthalte, Dauer der Behandlung, psychische Belastungen und bleibende Einschränkungen.
Auswirkungen auf Selbstständigkeit, Familie, Freizeit, Mobilität, Beruf und persönliche Lebensplanung.
Vorübergehende Beschwerden werden anders bewertet als lebenslange Folgen, Pflegebedarf oder ein erhöhtes Risiko weiterer Eingriffe.
Vergleichsentscheidungen können einen Rahmen zeigen. Dafür müssen Verletzungsbild, Verlauf, Dauerschäden und persönliche Auswirkungen tatsächlich vergleichbar sein. Auch der Entscheidungszeitpunkt spielt eine Rolle: Ein vor vielen Jahren zugesprochener Betrag lässt sich wegen der Geldwertentwicklung nicht unverändert übertragen.
Einzelne besonders hohe Entscheidungen sind kein belastbares Versprechen. Ebenso darf eine ältere niedrige Entscheidung einen heutigen Anspruch nicht vorschnell begrenzen. Für eine tragfähige Einordnung werden mehrere Entscheidungen, die Besonderheiten des eigenen Falls und die aktuelle Rechtsprechung gemeinsam betrachtet.
Neben dem Ausgleich immaterieller Folgen können wirtschaftlich bedeutende Schadenspositionen bestehen. Dazu zählen insbesondere Verdienstausfall, Haushaltsführungsschaden, Pflege- und Betreuungskosten, Zuzahlungen, Fahrtkosten, Hilfsmittel, Umbauten und künftiger Mehrbedarf. Bei Dauerschäden kann die Sicherung zukünftiger Ansprüche wirtschaftlich wichtiger sein als ein einzelner Schmerzensgeldbetrag.
Für den Sofort-Check genügt zunächst eine verständliche Schilderung des Behandlungsverlaufs und der heutigen Beschwerden. Medizinische Fachbegriffe oder eine eigene rechtliche Bewertung sind nicht erforderlich. Nach einer Mandatserteilung werden die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen in gesonderten Modulen vollständig erfasst und belegt.
Michael Timpf prüft, ob ein haftungsrechtlich relevanter Behandlungsfehler in Betracht kommt und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.